Nachgefragt: Erddepots eines Rechtsextremisten in Brandenburg?

Am 16. Dezember 2016 berichtete „Spiegel Online“ („Spur zu NSU-Mord. Der mysteriöse Waffensammler“), dass möglicherweise DNA-Spuren, die auf dem Unterhemd des NSU-Mordopfers Enver Simsek gefunden wurden, zu dem angeblich obdachlosen Rechtsextremen Michael Krause führen, der am 25. Mai 2008 in Bayreuth während einer Personenkontrolle auf Polizisten schoss und sich dann wenig später selbst tötete. Auch das „Neue Deutschland“ berichtete jüngst erneut ausführlich. Bei Krause fand die Polizei u.a. Karten, auf denen codiert die Lage von 38 Erddepots in Bayern, Thüringen, Sachsen, Berlin, Brandenburg sowie in Österreich verzeichnet waren. Im Mai/Juni und im September 2009 wurden die Depots durch die Polizei geöffnet, offenbar auch durch Beteiligung der jeweils zuständigen Landeskriminalämter. In den Depots fanden sich u.a. Schwarzpulver, Zündwerk, eine Pistole, Munition, Feuerlöscher mit Sprengstoff und Zündern sowie Feindlisten. Aufgefundene Sprengwaffen seien laut Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage „voll funktionstüchtig“ gewesen.

Aufgrund dieser Berichte habe ich die Landesregierung zu möglichen Erddepots in Brandenburg befragt. Die Antwort ist in der Parlamentsdokumentation veröffentlicht.

Der Antwort ist zu entnehmen, dass die Polizei in Brandenburg tatsächlich zwei solcher Erddepots fand: Eines in einem Waldstück zwischen Niemegck und Locktow und eines nördlich von Königs Wusterhausen. Beide wurden im Oktober 2010 geöffnet. Neben Uniformteilen der Nationalen Volksarmee wurde auch ein Kanister mit einem Unkrautvernichtungsmittel gefunden. Aus diesem kann man Sprengstoff herstellen.

Weitere Erkenntnisse, bspw. zu der nach wie vor unklaren Verbindung Krauses zum NSU hat die Landesregierung zufolge ihrer Antwort nicht.

In der Märkischen Allgemeinen Zeitung ist dazu ein Artikel erschienen, den ich zum lesen empfehle.